Autor:
Guillermo Arriaga, Volker Risch
Verlag:
Eins a Medien
Jahr:
2006
ISBN/EAN:
9783936337495
Medium:
CD
Sprache:
Deutsch
Zustandsbeschreibung
Hülle reichlich Gebrauchskratzspuren, CD´s einwandfrei.
Artikelbeschreibung
Das abgelegene, mexikanische Dorf Loma Grande gehört zu jenen Orten, in denen sich die Menschen noch stärker einem Ehrenkodex, und nicht dem Recht und Gesetz, verpflichtet fühlen. Ein Ehrenkodex, nach dem man Morde getreu dem Motto «Auge um Auge, Zahn um Zahn» rächt. Der Einzelne gilt für sein restliches Leben als Feigling und Versager, wenn er im entscheidenden Moment nicht den ungeschriebenen Normen entsprechend handelt. Solch starre Handlungsanweisungen können allerdings ganz besonders dann fatale Folgen haben, wenn sie sich auf falsche Tatsachen berufen. Aus der darin liegenden Tragik schöpft der Mexikaner Guillermo Arriaga literarischen Gewinn.
Eines Morgens wird Adela, ein junges und hübsches Mädchen, in einem Acker erstochen aufgefunden. Ramón Castanos ist der erste Erwachsene, der die Leiche zu Gesicht bekommt. Der Anblick des Todes schlägt ihn in seinen Bann. Das Dorf gerät in Aufruhr. Schnell machen Gerüchte und Lügen die Runde. Dass Ramón Adelas Liebster war, wird für alle schnell zur Gewissheit. Als der junge Mann selbst mit dieser Unwahrheit konfrontiert wird, vermag er sie nicht abzustreiten. «Er steckte so tief in dieser angeblichen Liebesgeschichte, dass es kein Zurück mehr gab und er die Romanze nicht hätte abstreiten können, ohne als Feigling oder Schwächling zu gelten.» Aber damit nicht genug. Ramón ergibt sich demütig seinem Schicksal. Unter dem Druck der Gemeinschaft schwört er Rache und will den vermeintlichen Mörder Gitano, einen fahrenden Händler, der eine verheiratete Geliebte im Dorf hat, töten.
Zwar gibt in diesem Roman auch eine Detektivgestalt. Der Gemeindevorsteher Justino Telléz inspiziert die Spuren am Tatort und entdeckt, dass Gitano nicht der Mörder sein kann. Und doch schweigt er, verharrt in Passivität. Telléz weiss, dass er seine Mitbürger nicht von der Wahrheit überzeugen kann, weil sie seinen Schlussfolgerungen keinen Glauben schenken würden. Die in ihm personifizierte Macht des aufgeklärten Verstandes steht gegenüber dem Dickicht aus Lügen und Klatsch auf verlorenem Posten. Kommt hinzu, dass Telléz der Wahrheit und dem tödlichen Schicksal eines Einzelnen andere Dinge überordnet. Ruhe und Ordnung geniessen in seinen Augen Priorität. Und die, so glaubt er, werden durch die schnelle Rache viel eher wieder in Loma Grande einkehren.
Guillermo Arriaga erzählt mit harten Schnitten und wechselt immer wieder die Perspektive. Dadurch richtet er das Augenmerk eine ganze Reihe von Figuren und erzählt ganz nebenbei von wahrer Freundschaft und von mehr als eine Liebesgeschichtevon Freundschaft. Seine Schilderungen gewinnen durch ihre Details an Anschaulichkeit, ihre Sinnlichkeit hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Die Hitze prägt das Leben, da wird ständig gegessen und gejagt, und immer wieder wird Bier getrunken. So ergibt sich ein stimmungsvolles Einblick des Dorfes und seiner Bewohner. Vor allem aber erweist sich Arriaga als ein Meister von Spannungseffekten. Zahlreich sind die zu Beginn ausgelegten Geheimnisse und Fährten, verstrickt sind die vielen Beziehungen. Selbst wer den Roman nur vordergründig als handlungsintensives Kriminalstück liest, kommt auf seine Kosten.
Eines Morgens wird Adela, ein junges und hübsches Mädchen, in einem Acker erstochen aufgefunden. Ramón Castanos ist der erste Erwachsene, der die Leiche zu Gesicht bekommt. Der Anblick des Todes schlägt ihn in seinen Bann. Das Dorf gerät in Aufruhr. Schnell machen Gerüchte und Lügen die Runde. Dass Ramón Adelas Liebster war, wird für alle schnell zur Gewissheit. Als der junge Mann selbst mit dieser Unwahrheit konfrontiert wird, vermag er sie nicht abzustreiten. «Er steckte so tief in dieser angeblichen Liebesgeschichte, dass es kein Zurück mehr gab und er die Romanze nicht hätte abstreiten können, ohne als Feigling oder Schwächling zu gelten.» Aber damit nicht genug. Ramón ergibt sich demütig seinem Schicksal. Unter dem Druck der Gemeinschaft schwört er Rache und will den vermeintlichen Mörder Gitano, einen fahrenden Händler, der eine verheiratete Geliebte im Dorf hat, töten.
Zwar gibt in diesem Roman auch eine Detektivgestalt. Der Gemeindevorsteher Justino Telléz inspiziert die Spuren am Tatort und entdeckt, dass Gitano nicht der Mörder sein kann. Und doch schweigt er, verharrt in Passivität. Telléz weiss, dass er seine Mitbürger nicht von der Wahrheit überzeugen kann, weil sie seinen Schlussfolgerungen keinen Glauben schenken würden. Die in ihm personifizierte Macht des aufgeklärten Verstandes steht gegenüber dem Dickicht aus Lügen und Klatsch auf verlorenem Posten. Kommt hinzu, dass Telléz der Wahrheit und dem tödlichen Schicksal eines Einzelnen andere Dinge überordnet. Ruhe und Ordnung geniessen in seinen Augen Priorität. Und die, so glaubt er, werden durch die schnelle Rache viel eher wieder in Loma Grande einkehren.
Guillermo Arriaga erzählt mit harten Schnitten und wechselt immer wieder die Perspektive. Dadurch richtet er das Augenmerk eine ganze Reihe von Figuren und erzählt ganz nebenbei von wahrer Freundschaft und von mehr als eine Liebesgeschichtevon Freundschaft. Seine Schilderungen gewinnen durch ihre Details an Anschaulichkeit, ihre Sinnlichkeit hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Die Hitze prägt das Leben, da wird ständig gegessen und gejagt, und immer wieder wird Bier getrunken. So ergibt sich ein stimmungsvolles Einblick des Dorfes und seiner Bewohner. Vor allem aber erweist sich Arriaga als ein Meister von Spannungseffekten. Zahlreich sind die zu Beginn ausgelegten Geheimnisse und Fährten, verstrickt sind die vielen Beziehungen. Selbst wer den Roman nur vordergründig als handlungsintensives Kriminalstück liest, kommt auf seine Kosten.
Schlagworte
Mexico
Kategorie