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Mobbing in der Schule

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Beitrag
erstellt am
campinos

Mitglied gelöscht

 

Hallo,

wir haben folgendes Problem mit einem Kind in der 5. Klasse Realschule. Im Herbst letzten Jahres haben wir bemerkt, dass der Junge sich immer mehr zurückzieht. Zu seiner Oma hat er dann mal gesagt, dass er am liebsten tot wäre. Da er sonst nichts weiter rausgerückt hat, haben wir gedacht er sei leicht depressiv.
Im Winter hat sich dann herausgestellt, dass er in der Schule massiv gemobbt wird. In der regulären Klasse von einigen Klassenkameraden und in der Nachmittagsbetreuung von 6. Klässlern mit den Klassen. Im Frühjar wurde dann von der Mobbingbeauftragten in der Klasse ein Gespräch geführt, wo explizit gesagt wurde, dass ... gemobbt wird in der Klasse (finde ich persönlich total ungeschickt, das Kind noch vor der ganzen Klasse zu benennen).
Danach wurde es etwas besser oder er hat nichts mehr gesagt. Seine Noten fallen seit dem Halbjahreszeugnis ab, er lässt die Hausaufgaben schleifen.

Vor 3 Wochen wurde er in der Pause zusammengeschlagen und als er sich gewehrt hat wurde er zum Direktor abgeführt mit Verweisandrohung. Der Hausmeister hat aber gesehen, dass er von 2 Schülern zusammengeschlagen wurde und hat dann gesagt, dass sie den falschen geschnappt haben. Vor 1 Woche wurde er dann im regulären Unterricht von einem Schüler angegriffen und ist dann total durchgedreht und hat in seinem Zorn sich auch nicht mehr von Lehrern beruhigen lassen und wohl auch den Lehrer getreten als dieser ihm den Arm auf den Rücken gedreht hat.
Jetzt hat er gestern einen verschärften Verweis dafür bekommen und versteht die Welt nicht mehr. Keiner der anderen Schüler hat für das Mobbing einen Verweis bekommen oder wurde zum Direktor mit den Eltern zitiert.

Was können wir jetzt für ihn tun? Wie können wir sein Selbstvertrauen stärken, dass er sich weniger leicht provozieren lässt?
28.07.2015 09:40:52
bravo_lima1

bravo_lima1

(6950 Beiträge)

Ich würde einen Schulwechsel vornehmen.
Der Junge ist erst in der 5. Klasse.
Er wird sich in einer neuen Schule neu orientieren können, aber in der alten Schule ist er jetzt für die nächsten Jahre "gebrandmarkt".
28.07.2015 09:50:05
campinos

Mitglied gelöscht

 

Das war auch unsere erste Idee. Problem ist, dass das Schulamt nur die Fahrt in diese Realschule zahlt und die Eltern sich die zusätzlichen Fahrkosten nicht leisten können.
Kann die jetzige Realschule da helfen, indem sie mit dem Schulamt sprechen?
28.07.2015 09:56:09
bauernhausen

bauernhausen

(3123 Beiträge)

DAs gemobbt wird merken in der Regel viele, auch in der eigenen Klasse und Umgebung. Und sie sind ruhig, haben nichts gesehen, wissen nicht was los ist etc. - weil sie Angst haben. Angst, die Nächsten zu sein. Angst, nach der Schule gechnappt zu werden etc. Gibt es an der Schule keine Schulsozialarbeit? Dann ab zum Klassenlehrer, Vertrauenslehrer, dann zum Rektor und dort um Gespräche , gerne auch mit den Eltern der betreffenden Schueler bitten bzw. einfordern. Das sollte klappen. Gelcihzeitig das Kind stärken und bestärken. Ein Schulwechsel ist durchaus sinnvoll. Es gibt immer auch Fördertöpfe, die zusätzliche Kosten auffangen. Frag mal beim Jugendamt nach, beim Schulamt etc. Ich kenne das auch aus dem Schulbetrieb, allerdings gab es an der Schule Schulsoziualatbeit und schon alleine der Hinweis auf solche mobbingvorfälle hat genügt, um den rektor ganz ganz hellhörig werden zu lassen. Das galt auch für Vorfälle im Schulbus auf den Heimwegen. Allerdings mussten dann die Mobbenden die Schule wechseln, der Rektor hat ausgeschöpft was er konnte. Ganz viel Erfolg wünsche ich. Und nicht mehr zuwarten!
28.07.2015 10:15:14
tigercat666

tigercat666

(202731 Beiträge)

Sicher haben die Eltern schon mit dem Schulamt gesprochen.
Bei uns ist die Stadt für die Schülerbeförderung zuständig und das gab keine Probleme als unsere Kurze die Schule wechselte, obwohl es damals noch feste Schulbezirke gab.
Auf jeden Fall würde ich als Elternteil, der jetzigen Schule mal heftig auf die Füße treten wenn bewiesen ist, das der Junge in erster Linie Opfer und nicht Täter ist.
Wenn die Schule nicht in der Lage oder willens ist, ist ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen muss ihnen das nochmal nachdrücklich klar gemacht werden.
Beim nächsten Vorfall, Anzeige bei der Polizei gegen die Täter, gegen die Schule und gegen die Betreuung in der Nachmittagsbetreuung.
Ich würde da gar nicht lange fackeln, das rächt sich nämlich.
28.07.2015 10:18:48
campinos

Mitglied gelöscht

 

Die Schulpsychologin hat vor den Ferien keine Zeit mehr, wurde schon vor 3 Wochen gefragt und hat in 4 Wochen keinen Termin frei. Sie war bei dem Gespräch auch nicht anwesend.

Lehrer und Direktor wissen ja Bescheid und haben beim Gespräch auch gesagt, dass er nicht stichelt, sondern von den anderen getriezt wird. Ist es nicht normal, dass man dann irgendwann ausrastet? Die Lehrer bemerken es ja und die anderen Mitschüler auch und keiner hilft ihm.
Er fühlt sich jetzt von den Lehrern "verraten", weil sie ihm nicht helfen. Und ja schon bei dem Vorfall davor, stand ja sofort er als Täter fest. Wäre der Hausmeister nicht gewesen, hätte er dafür schon einen Verweis bekommen. Außerdem sagt er, dass die Lehrer ihm körperlich weh getan haben. Er fühlt sich jetzt nicht nur den Mobbern hilflos ausgeliefert, sondern auch den Lehrern.
28.07.2015 10:22:11
juni026

juni026

(50467 Beiträge)

dick bei tigercat unterschreibe! seit letztem Herbst? Hier muss endlich gehandelt werden, nicht geredet. In welchem Verhältnis du auch immer zu dem Kind und zu den Eltern stehst, mach ihnen mal Druck!
28.07.2015 10:24:56
tigercat666

tigercat666

(202731 Beiträge)

schick die Eltern in die Schule, geh vielleicht auch mit, als unbeteiligter findet man eher die richtigen Worte, die Schule soll sofort dafür sorgen das nichts mehr passiert und wenn sie das nicht tun sollen sie weitere Schritte einleiten.
Das arme Kind.
28.07.2015 10:27:34
Puch13

Mitglied gelöscht

 

Ich würde vor allem den Schulelternbeirat ansprechen und darauf drängen, dass die Verantwortlichen in der Schule aktiv werden und mit der Schulleitung und den Fachlehrern sprechen, um diese Übergriffe auf den Schüler abzustellen.

Und wenn es sich um eine weiterführende Schule handelt, an der es eine Schülerverwaltung gibt, sollten die auch mit ins Boot geholt werden. Oft ist es einfacher, wenn Schüler mit Schülern reden.

Am Gymnasium meiner Söhne gabe es eine Streitschlichter-AG, die aus Schülern bestand und in solchen Mobbingfällen auch immer mit dazu geholt wurde.

Aber wenn das alles nichts hilft, sollte man tatsächlich einen Schulwechsel anstreben.

Dass Schulleitungen und Kollegien oft eher konfliktscheu sind und solche Vorfälle gerne unter der Decke halten, auch weil sie bei Bekanntwerden um den "guten Ruf" der Schule fürchten, ist leider Fakt.

Und da muss man notfalls auch, wenn Gespräche nicht weiterhelfen, von Elternseite auch mal - mit Ankündigung beim Schulleiter - an die Öffentlichkeit - sprich Presse - gehen, und diese Vorfälle bekannt machen.
Ich möchte wetten, dass man sich spätestens dann seitens der Schule ganz schnell und intensiv bemüht, das Problem zu lösen. Nichts fürchten Schulleitungen so sehr wie schlechte Presse über "ihre" Anstalt.

Und ich habe als langjährige Vorsitzende des Schulelternbeirates immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Angst vieler Eltern, dass es ihrem Kind eher schadet, wenn man als Eltern klar und deutlich Missstände benennt und Abhilfe fordert, unbegründet ist. Vor allem dann, wenn man sich vorher Rückendeckung beim Elternbeirat holt, der das ganze begleitet, eventuell auch die Eltern zu einem Gespräch mit der Schulleitung oder Lehrern begleitet, und anschließend darauf achtet, dass dem Kind das Engagement der Eltern nicht zum Nachteil gereicht.
28.07.2015 10:36:03
Novemberrain

Novemberrain

(5006 Beiträge)

Mobbing hat immer ganz viel mit wegschauen zu tun. Wenn man das durchbrechen kann, ist schon viel geholfen. Als mein Sohn in der 5. Klasse war, gab es in seiner Klasse auch Anfänge von Mobbing. Dort hat der Klassenlehrer prima reagiert. Er hat eine Gruppe von 6 vertrauenswürdigen Schülern zu einer Mobbing-Taskforce zusammengestellt, die Berichte über Vorkommnisse geschrieben haben, denn weder Lehrer noch Schulleiter oder Vertrauenslehrer haben die Kinder immer im Blick. Eingegriffen haben diese Beobachter nur im Notfall; die anderen Schüler wusster erstmal nichts davon. So gab es dann im Laufe von kurzer Zeit ein deutliches Schema über "Wer was wann" das Mobbing auftrat.
Es folgten Klassengespräche und Übungen, in denen die Schüler auch reflektieren mussten, dass es an Jedem etwas gibt, das ihn selbst auch zum Opfer machen könnte. Der Schulleiter hat sehr deutlich gemacht, daß er so etwas an seiner Schule nicht tolerieren wird.
Der Schüler ist weiterhin an der Schule; das Mobbing hat aufgehört und wenn er auch nicht der beliebteste Schüler ist, hat sich die Klassengemeinschaft so gefestigt, dass sie keine Üergriffe von "Außen" hinnimmt und auch mobbing innerhalb der Klasse unterbindet (klar gibt es Sticheleien, Lästereien und Streit, aber es gibt immer ein deutliches STOP, wenn es zu heftig wird).
Für den betroffenen Schüler könnte man eine Aufgabe innerhalb der Schule suchen, die ihm Selbstbewußtsein und Anerkennung verschafft (Sani, Streitschlichter, Hilfe in der Technik bei Schulveranstaltungen, Hausaufgabenbetreuung jüngerer Schüler...).
Ich wünsche Euch viel Erfolg.
Schulwechsel hat für mich immer einen bitteren Beigeschmack, denn dann fühlen sich die Mobber bestätigt und suchen sich das nächste Opfer, weils so schön geklappt hat...
28.07.2015 10:47:30
tigercat666

tigercat666

(202731 Beiträge)

das funktioniert ja nicht an der Schule, so wie es aussieht
28.07.2015 11:05:12
campinos

Mitglied gelöscht

 

Das mit der Anzeige ist auf jeden Fall eine gute Idee. Darauf sind wir noch nicht gekommen. Hätte man auf jeden Fall machen können, als er angegriffen wurde.

Derzeit haben wir eher das Gefühl, dass die Schule nichts weiter unternehmen möchte und meint, er ist das Problem. Er muss sich besser kontrollieren und nicht auf die anderen reagieren.
28.07.2015 11:10:47
maylena

maylena

(13759 Beiträge)

Ich würde unbedingt die Schule wechseln. Wenn Lehrer und Direktor nicht mal merken, wer hier der Böse/die Bösen sind und den Falschen heranzitieren, haben sie wohl ihren Job verfehlt.

Bei einem Kind hier in der Umgebung war es genauso. Da haben neben den Schülern auch die Lehrer gemobbt. Kind wurde als "komisch" angesehen, kam aus einer anderen Stadt, sprach einen anderen Dialekt und wurde ebenfalls zum Direktor zitiert, obwohl es gar nichts gemacht hat, angeblich hätte Kind sogar die Gemeinschaftsräume beschmiert.

Das Kind hat mitten im Schuljahr die Schule gewechselt, in einer anderen Stadt. Die neuen Mitschüler und Lehrer sind nett. Kind ist jetzt zufrieden und der Notendurchschnitt verbesserte sich um ganze 2 Noten!
28.07.2015 11:13:32
tigercat666

tigercat666

(202731 Beiträge)

nein, die darf man nicht aus der Verantwortung entlassen, schließlich ist er noch ein kleines Kind umgeben von Erwachsenen die ihm gefälligst zu helfen haben.
Es kann ja auch sein, das der Kleine jetzt einfach nichts mehr sagt obwohl er weiterhin Probleme hat, irgendwann eskaliert das Ganze vielleicht auf die eine oder andere Art und dann heißt es von Seiten der Schule
Wir wussten von nix.
28.07.2015 11:14:45
maylena

maylena

(13759 Beiträge)

Anzeige wird nicht unbedingt etwas nützen, sondern eher das Gegenteil bewirken.
28.07.2015 11:15:12
maylena

maylena

(13759 Beiträge)

# Derzeit haben wir eher das Gefühl, dass die Schule nichts weiter unternehmen möchte und meint, er ist das Problem. #

-- Genau, Job verfehlt. Etwas zu unternehmen bedeutet Arbeit. So etwas ist wirklich traurig, aber genauso war es hier auch.
28.07.2015 11:17:44
maylena

maylena

(13759 Beiträge)

In Deutschland stirbt fast täglich ein Kind durch Suizid.
Ich würde das schon ernst nehmen, wenn ein Kind zur Oma sagt, dass es lieber tot wäre.
28.07.2015 11:23:29
maylena

maylena

(13759 Beiträge)

Du schreibst, dass nur die Fahrt in diese Realschule gezahlt wird...
Gibt es bei Euch keine überregionalen Tickets für Schüler?

Bei uns haben die Kinder ein Ticket für den gesamten Verkehrsverbund, der gilt z.B. von Dortmund bis Mönchengladbach. Mit der Fahrkarte kann täglich man beliebig viele Fahrten in alle Städte dieses Verbundes unternehmen, auch am Wochenende und in den Ferien, ganz gleich, in welcher Stadt des Verbundes man wohnt oder zur Schule geht.
28.07.2015 11:42:00
maylena

maylena

(13759 Beiträge)

kann täglich man = kann man täglich
28.07.2015 11:42:45
lesepiraten

lesepiraten

(45698 Beiträge)

Ich kann dir nichts raten.

Ich selbst habe mich in März kündigen lassen, wegen Mobbing von meiner Chefin. Darüber hinweg bin ich noch nicht, mich ärgert das so gemeint, das ich gehen musste und das niemand meiner Chefin mal was gesagt hat. Mit niemand meine ich den Hauptchef, den ich alles gesagt hatte. Seine einzige Antwort. Das interessiert mich nicht.

28.07.2015 11:43:59
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